Theater Wiesbaden
“Theater kann man nur machen, wenn es von Zeit zu Zeit die wichtigste Sache in der Welt ist.
Kürzlich wurde ich gefragt, warum ich für das Theater brenne. Der oben stehende Satz ist meine ganz persönliche Antwort hierzu, und ich habe noch ergänzt: Und die Schönste. Eine ähnliche Frage haben wir unseren Künstlern gestellt, die ab Seite 246 in diesem Heft abgebildet sind. Sie haben auf unterschiedliche Weise die Frage beantwortet „Warum bin ich am Theater?“ Eine nicht ganz einfache Frage. Die Antworten zeigen indes eine große Begeisterung für den Beruf, und sie sind alle zusammen – und jede für sich – eine große Liebeserklärung an das Theater.(…)
Das vorliegende Programm soll Zeugnis für dieses Haltung ablegen. Wieder wollen wir für Sie wieder ein relevantes, lebendiges und unterhaltsames Theater erschaffen.“
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!”
Dr. Manfred Beilharz, Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Spielzeitheft 2011/12
Ja. Also. Mhm. Ich finde es gut, dass ein Intendant eines deutschen Staatstheaters fürs Theater brennt und auch denkt, dass man Theater nur machen kann, wenn man dafür brennt. Aber irgendwie ist das keine richtige Antwort auf die gestellte Frage, oder? Noch mal ganz langsam. FRAGE: Warum brennen Sie für das Theater? ANTWORT: Weil man Theater nur machen kann, wenn man dafür von Zeit zu Zeit brennt. … Eigentlich fehlt mir in der Erzählung der folgende Teil: IRRITIERTE NACHFRAGE: Ja, sicher, aber warum brennen Sie fürs Theater? …
Na ja, es ist auch nur ein Einstieg in das Spielzeitheft und ohnehin verweist Herr Beilharz ja auf die Antworten seiner Schauspieler, von denen ich Ihnen natürlich auch ein paar vorlegen möchte und die uns vielleicht genug Antwort sind:
>>> Wo sonst kann man straffrei, bejubelt & bezahlt: minnen, mosern & meucheln?
>>> Auf der Suche nach dem Pudel!
>>> Das war ein Missverständnis.
>>> Weil dort der Zuschauer nicht durch simples Umschalten vor mir flüchten kann.
>>> Die Auseinandersetzung mit der Frage ist für mich spannender als jede abschließende Antwort.
>>> Warum ist der Fisch im Wasser?
>>> Wegen den Brettern.
>>> Ab einem gewissen Alter wurde es peinlich, mit Stofftieren eine Geschichte zu erzählen. Da musste ich dann selbst auf die Bühne.
>>> Für den Film bin ich einfach zu jung.
>>> Theater ist für mich die einzige Alternative zur Genmanipulation.
>>> Ein kleines Fleckchen Anarchie, die Armbrust der Poesie und auf jeden Fall: wild at heart!
>>> Liebe! Liebe! Liebe!
Übrigens hat das Wiesbadener Spielzeitheft 352 Seiten plus Umschlag – die zwar hauptsächlich mit Bildern der vergangenen Spielzeit gefüllt sind, im DIN-A5 Format ohnehin recht klein sind und auf denen sich Großdruck befindet, der wiederum mit der großen Anzahl etwas älterer Herrschaften zu tun haben könnte, die ich zumindest auf dem Theaterfest ausgemacht habe. Dennoch löste das Programmheft während eben diesem Theaterfest Begeisterungsstürme bei anwesenden Politikern aus. Natürlich war ich begeistert von dieser spontanen Liebeserklärung an das Spielzeitheft – Sie kennen mich, ich brenne ja auch so schnell für etwas – und konnte Ihnen das nicht vorenthalten.










